Sonntag, 20. April 2014

Von uns war's keiner!

Uneheliche Kinder fallen einem im Kirchenbuch ja schon allein deshalb ins Auge, weil die Spalte, in der "normalerweise" der Kindsvater angegeben wurde, leer geblieben ist.

Natürlich lässt es den Familienforscher vor schierer Verzweiflung den Kopf auf den Tisch schlagen, wenn der Vater unbekannt bleibt. Oft genug findet man aber wenigstens einen kleinen Hinweis bei der Mutter: "hatte in xy gedient". In den meisten Fällen wird da wohl jemand die Magd geschwängert haben, jedenfalls dürfte das wohl die Vermutung des Pastors gewesen sein, der die Taufe eingetragen hat. Und zwar ganz so, als wollte er mit dem Eintrag auch sagen:


"Von meinen Schäfchen war's wenigstens keiner!"

Immerhin ein klitzekleiner Hinweis auf den potentiellen Vater. Und ein Hinweis auf den Lebenslauf der Mutter, die anscheinend doch aus ihrem kleinen Dorf wenigstens einmal herausgekommen ist...

Samstag, 29. März 2014

Termine im April 2014

So unheimlich viel scheint im April nicht los zu sein - liegt es an den Osterferien oder am im Moment traumhaft schönen Frühlingswetter?


05.04.2014, 14.00 Uhr
OSFA Arbeitsgruppe Familienforschung Kreis Herford
Reinhard Werner: "Neuenkirchen, die Kirche und deren Kirchenbücher" 
Gaststätte Cassing, Bünder Str. 2, Enger


12.04.2014, 14.00 Uhr
Arbeitskreis Familienforschung Osnabrück e.V.
Jos Kaldenbach: "Eine Eper-Haarlemer-Frankfurter Bilderbuchgeschichte" 
Gasthof Kolpinghaus, Hindenburgstr. 8, 49124 Georgsmarienhütte


Ergänzungen sind immer herzlich willkommen - einfach einen Kommentar hinterlassen!

Donnerstag, 20. März 2014

Werthers Gedächtnis: Eine Art Q & A

Mich sprechen immer mehr Leute auf "Werthers Gedächtnis" an, was auch daran liegt, dass sich die Sache in der Familienforscher-Szene immer weiter herumspricht und viele auch durch meinen Blog darauf aufmerksam geworden sind. Die häufigste Reaktion, die ich bekomme, ist:

"Cool. Aber Du hast einen Knall." 

Ganz ehrlich: Das sehe ich genauso. Während Dortmund gestern Abend gegen St. Petersburg verlor, saß ich im Wohnzimmer im Schneidersitz auf dem Sofa und tippte. Und tippte. Und tippte.

Im Moment bin ich dabei, den Buchstaben "S" zu überarbeiten bzw. meine handschriftlichen Änderungen in die digitale Form zu bringen. Der nächste Schritt wird dann sein, dass ich noch ein paar Fotos einscanne und bei den entsprechenden Familien unterbringe, und dann werde ich die ganze Sache mal wieder ausdrucken, damit meine neuen Änderungen wieder Platz haben. Der Kreislauf des Familienforschers.

Warum eigentlich? 


Gegenfrage: Warum eigentlich nicht?

Irgendwann war meine Forschung in Werther soweit gediehen, dass ich dachte: "Über zig Ecken bist Du sowieso mit halb Werther verwandt. Da kann ich dann auch gleich den Rest noch mit machen." 

Gedacht und angefangen. Und bis heute nicht wieder aufgehört. Und ja, es wird noch Jahre dauern. Im Grunde hoffe ich wahrscheinlich, dass ich nie damit aufhören muss, weil ich immer noch neues Material finde. Die Vorstellung, irgendwann "fertig" zu sein, lässt mich jetzt schon gedanklich in ein tiefes schwarzes Loch fallen...

Ich liebe die alten Fotos von "damals". Ich finde auch, dass Werther durch manche bauliche Maßnahme nicht zwingend schöner geworden ist. Aber jedes Mal, wenn ich Fotos von alten Häusern sehe, frage ich mich: Wer hat dort gewohnt? Welche Geschichten stecken dahinter?

Je weiter ich komme, desto mehr Verflechtungen tauchen auf, desto kompakter, aber auch komplizierter, werden die Verwandtschaftsverhältnisse. Was sagt es über einer Familie aus, wenn sie innerhalb eines kleinen Städtchens in sieben Jahren fünfmal umzieht? Bei wem leiht man sich im 19. Jahrhundert Geld, wenn man mal welches braucht? Und was passiert, wenn ausgerechnet der Totengräber stirbt? Solche Fragen sind es, die mich dann umtreiben.

So interessant die Fotos von "Alt-Werther" auch sein mögen: Die Menschen, die dahinter steckten, interessieren mich immer noch mehr. Und Werther war mehr als einfach nur "Böckstiegel und seine Motive", wenn das manche Leute heute auch zu vergessen scheinen.

Veröffentlichung? 


Ich werde auch immer wieder gefragt, ob ich das Ganze nicht mal veröffentlichen wollte. Gute Frage. Die ehrliche Antwort lautet: Ich habe keine Ahnung. Wir Familienforscher tauschen uns ja sowieso untereinander aus, und da gibt man auch seine Informationen gerne weiter. Auch an Menschen, die sonst mit der Familienforschung relativ wenig am Hut haben. Ich habe teilweise sogar das Problem, dass ich bei den Anfragen nicht hinterher komme (es gibt ja auch noch ein Leben außerhalb von Kirchenbüchern und Zivilstandsregistern), und ich entschuldige mich auch bei allen, die noch auf eine Antwort von mir warten.

Im Grunde käme sowieso nur eine Veröffentlichung online oder auf Silberscheibe oder USB-Stick in Frage, denn die ausgedruckte Variante ist schwer und voluminös. Ich glaube nicht, dass jemand den Platz dafür opfern würde, der dadurch im Regal frei geworden ist, dass er sich in Zeiten von Wikipedia endlich mal dazu durchgerungen hat, den 26bändigen Brockhaus ins Altpapier zu geben.

Aber das ist Zukunftsmusik. Im Moment bin ich einfach noch nicht soweit, dass ich sagen würde: "Voilà. Da isses."

Wie gesagt, die Sache ist umfangreich.

Nicht, dass ich mich darüber beschweren würde, aber ich mache es mir eben auch nicht ganz leicht.

Gut, die meisten Menschen in Werther waren ab dem 16. Jahrhundert evangelisch, aber trotzdem ist das kein Grund, nur die Protestanten zu erforschen - die jüdischen und katholischen Wertheraner haben genauso gut ein Recht, in "Werthers Gedächtnis" aufzutauchen, denn man hat ja schließlich zusammen in Werther gewohnt, auch wenn man vielleicht für den Gottesdienst unterschiedliche Lokalitäten aufsuchte. Und ich habe bis jetzt eben noch keine Sammlung gefunden, die diese religiösen Grenzen gesprengt hätte. Die meisten Forscher, die eine Ortsgeschichte aufarbeiten, konzentrieren sich auf eine bestimmte Gruppe, nicht aber auf den größeren Kontext, in dem diese ganzen Menschen standen. Vielleicht werden Kirchenbücher ausgewertet, vielleicht werden Auswanderer oder Kriegsteilnehmer erforscht. Aber eben nicht alles.

Ergo: Es gibt noch viel zu tun.

Sie können mir helfen! 


Nein, ich will Sie nicht vor den Karren spannen und Sie zwingen, Ihre Fußballabende tippend vor dem Fernseher zu verbringen. Wenn Sie aber Vorfahren aus Werther haben und/oder Fotos von Ihnen, dann würde ich mich freuen, etwas von Ihnen zu hören. Fotos kann man in Sekundenbruchteilen einscannen, und es ist immer schwierig, die "Abgängigen" wieder zu finden, also diejenigen, die aus Werther weggezogen sind und dann an einem ganz anderen Ort, sei es "im Waldeckschen", "im Paderbornischen" oder "in Amerika", wieder auftauchten.

Und es wäre wirklich schön, wenn noch mehr dieser "alten Wertheraner" wieder ein Gesicht bekommen könnten.

Hinterlassen Sie einfach einen Kommentar, ich melde mich! Danke.


Freitag, 14. März 2014

Familienlegenden: Als Fräulein Ortmeyer sich abseilte

Jede Familie hat so ihre eigenen Legenden, bei denen keiner so genau weiß, was an der Geschichte denn nun stimmt und was nicht. Eines dieser Rätsel in meiner Familie betrifft Catharine Wilhelmine Martha Ortmeyer (geb. am 27.11.1892 in der Steinhauser Arrode in Halle), die ältere Schwester meiner Urgroßmutter Caroline Wilhelmine. 

Die Story, die ich zu hören bekam, geht nun so: 

Catharine Wilhelmine Martha lernte in relativ jungen Jahren einen Mann kennen, und zwar nicht irgendeinen, sondern einen echten Hypnotiseur aus einem Ort namens Da(h)lhausen. Und weil der Mann eben ein Hypnotiseur war, hat er sie auch gleich hypnotisiert - mit der Folge, dass sie eines Nachts ihre Bettwäsche zusammenknotete und sich aus dem Fenster des elterlichen Hauses abseilte und mit ihm durchbrannte. 

Soweit die Legende. 

Mein Problem ist nun, dass ich tatsächlich nicht nachvollziehen kann, was aus Catharine Wilhelmine Martha geworden ist. Ich habe keine Ahnung, wie dieser angebliche Hypnotiseur hieß, aus welchem Da(h)lhausen er gekommen sein soll und ob die beiden irgendwann mal geheiratet haben. 

Falls also jemand einen Hypnotiseur in der Familie hat und der Name Ortmeyer in Verbindung mit ebenjenem auftaucht: Ich bin für jeden Hinweis dankbar...! 

Donnerstag, 27. Februar 2014

Termine im März 2014

Und hier nun die genealogischen Termine für den März 2014:


01.03.2014, 14,00 Uhr
OSFA Arbeitsgruppe Kreis Herfold
Christoph Laue: "Jüdisches Leben im Raum Herford" 
Gaststätte Cassing, Bünder Str. 2, Enger


08.03.2014, 14.00 Uhr
Treffen des AK Familienforschung Steinhagen
Gasthof Quellental, Steinhagen


08.03.2014, 14.00 Uhr
Arbeitskreis Familienforschung Osnabrück e.V.
Jahreshauptversammlung
Gasthof Kolpinghaus, Hindenburgstr. 8, 49124 Georgsmarienhütte


11.03.2014 19.30 Uhr
Historischer Verein für die Grafschaft Ravensberg e.V.
Arbeitsgemeinschaft für Genealogie
"Austauschabend zur Familienforschung im Bielefeld der frühen Neuzeit: Welche Quellen liegen für das 17. und 18. Jahrhundert vor?" 
Stadtarchiv Bielefeld, Veranstaltungssaal S02, Kavalleriestr. 17, Bielefeld

Montag, 17. Februar 2014

Armeepensionistinnen

Bei "Werthers Gedächtnis" habe ich es an diesem Wochenende wieder geschafft, so einige Sterbeeinträge aus den 1820ern und 1830ern zuzuordnen. Was mir dabei aufgefallen ist: Es gibt diverse Frauen, die als "Armeepensionistin" bezeichnet werden, und das, obwohl sie nachweislich ihr ganzes Leben lang unverheiratet geblieben sind.

Ich kann es ja nachvollziehen, wenn jemand die Pension als Witwenrente weiter bezieht, aber diese Frauen scheinen die "Armeepension" aus eigenem Recht erworben zu haben. 

Ich gehe jetzt mal nicht davon aus, dass sich die Mädels bei der Völkerschlacht als Mann verkleidet ins Getümmel gestürzt haben. Aber waren sie vielleicht als Krankenschwestern oder in den Versorgungseinheiten dabei?

Liebe Militärhistoriker, könnt Ihr mir hier weiterhelfen?

Freitag, 7. Februar 2014

Termine im Februar 2014

08.02.14, 14.00 Uhr 
Arbeitskreis Familienforschung Osnabrück e.V.
Alexander Himmermann: "Die Bauernschaften der Stadt Georgsmarienhütte, 4. Teil"
(Malbergen, Westrup, Holzhausen, Sutthausen, Georgsmarienhütte)
Gasthof Kolpinghaus, Hindenburgstr. 8, 49124 Georgsmarienhütte

11.02.14, 19.30 Uhr
Arbeitsgemeinschaft für Genealogie im Historischen Verein für die Grafschaft Ravensberg e.V.
Wolfgang Schindler: "Die "ersten" Bürger der Stadt: Bielefelder Ratsfamilien vom 13. bis 15. Jahrhundert"
Stadtarchiv Bielefeld, Veranstaltungssaal S02, Eingang Kavalleriestr. 17, Bielefeld

Falls jemand noch eine Veranstaltung hier aufgenommen wissen möchte: Lassen Sie es mich über die Kommentarfunktion wissen!

Viel Spass!