Samstag, 19. Juli 2014

Umzug!

Sind Sie schon mal mit einem Blog umgezogen? Nein? 

Ich schon, und ich muss sagen, dass es nicht halb so problematisch war, wie man es sich vorstellen würde. Der Hintergrund war einfach: Ich wollte eine Adresse, die man sich besser merken kann! 

Sie finden diese Seiten also ab sofort unter 


Setzen Sie sich am besten ein Lesezeichen - ich hab's auch getan!

Weiter viel Spass! 

Freitag, 18. Juli 2014

1. Weltkrieg: Teilnehmer aus der Stadt Werther, Nachname mit "A":

(aus: "Das Kirchspiel Werther und der Krieg von 1914-1918")

Nachname, Rufname, Beruf, Hausnummer, Dienstzeit, Dienstgrad
Anführungszeichen (") zeigen Brüder an. 

Abendroth, Heinrich, Schlosser, Nr. 190, 1914-1918, Sergeant

Abt, Karl, Schmiedemeister, Nr. 15, 1914-1918, Gefreiter

Allrogge, Heinrich, Tischler, Nr. 57, 1915-1916 (gefallen), Musketier

     "       , Hermann, Sattler, Nr. 57, 1916-1917, Schütze

Donnerstag, 17. Juli 2014

Das Kirchspiel Werther und der Krieg 1914-1918

Wenn sich der Beginn des Ersten Weltkriegs in diesen Tagen zum hundertsten Mal jährt, dann kann (und will!) ich das natürlich auch hier im Blog nicht unberücksichtigt lassen. Dazu ist das Thema einfach zu wichtig!

Ein wahrer Fundus an Informationen für Heimat- und Familienforscher ist das Buch "Das Kirchspiel Werther und der Krieg 1914-1918", das sich wahrscheinlich noch auf vielen Wertheraner Dachböden finden lässt - wenn man sich denn die Mühe macht, danach zu suchen.

Das Buch wurde 1920 bei Bertelsmann gedruckt, und zwar "Zum dankbaren Gedenken an unsere Gefallenen und Kriegsteilnehmer". Jeder dieser Kriegsteilnehmer, der diese Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts überlebt hatte, bekam ein Exemplar, so auch mein Urgroßvater in der väterlichen Linie, Hermann Schwentker.



Hermanns Exemplar habe ich hier bei mir, auch wenn es nicht mehr wirklich gut erhalten und in mehrere Teile auseinander gefallen ist (ich muss es wirklich unbedingt neu binden lassen!).
Ich weiß auch, dass das Exemplar meines anderen Wertheraner Urgroßvaters August Gehring  heute noch existiert und sicher in einem gut sortierten Bücherschrank steht.

Beide Urgroßväter sind auch im Buch selbst erwähnt - in der Lister der Kriegsteilnehmer. Man muss sich vorstellen, dass die eigentliche Stadt Werther kurz vor dem Krieg im Jahr 1910 nur 2183 Einwohner hatte (die Landgemeinden drumherum jetzt mal nicht mitgezählt), von denen dann immerhin 431 am Krieg teilnahmen. Es war also etwa ein Fünftel der Bevölkerung kriegsbedingt abwesend. Insgesamt hatte das Kirchspiel während der vier Jahre 1167 Kriegsteilnehmer zu verzeichnen, von denen am Ende 227 gefallen und 20 vermisst waren.

Dieses Buch zählt sie alle auf, mitsamt ihren Wohnadressen, Berufen, Kriegsdaten und Dienstgraden. Außerdem sind die Gefallenen zum Teil sehr ausführlich mit einem Lebenslauf, einem Foto und Auszügen aus ihrer Feldpost portraitiert, wenn auch diese vom jeweiligen Pfarrer verfassten Texte heute teilweise recht merkwürdig anmuten, wenn man bedenkt, dass der "heldenhafte Tod für das geliebte Vaterland" oft genug tatsächlich ein elendes Verrecken war. Dazu gibt es noch "Nachrichten aus dem Felde", in denen über Verwundungen und Beförderungen berichtet wurde.

Ich habe vor, hier im Blog im Laufe der Zeit die Teilnahmelisten einzustellen und vielleicht auch ein paar der anderen Informationen. Auch wenn man vielleicht nicht mit den einzelnen Personen verwandt ist und man damit rechnen kann, dass der schreibende Pastor mit Sicherheit nichts Schlechtes über seine verstorbenen Schäfchen sagen wollte: Dieses Buch liefert in seiner Gesamtheit ein relativ gutes Portrait einer Generation, die in einer Kleinstadt in der ostwestfälischen Provinz aufwuchs.

Mittwoch, 16. Juli 2014

War nix mit Ewigkeit oder: Ein paar Gedanken zu deutschen Friedhöfen

Wir sind ja ein kleines Land, zumindest, wenn wir die Quadratmeter- ins Verhältnis zur Einwohnerzahl setzen. Wahrscheinlich gehen wir deshalb mit unseren Friedhöfen so um, wie wir mit ihnen umgehen.

Ich bin ja nun ab und an mal in den USA, und ich stehe auch mit amerikanischen Familienforschern in Kontakt. Die wundern sich immer, wenn ich erwähne, dass es die Gräber meiner älteren Vorfahren einfach nicht mehr gibt. Sie selbst sind quasi auf "Gräberjagd", was daran liegt, dass es überall in den Staaten verteilt Unmengen von kleinen alten und auch wirklich schönen und verwunschenen Friedhöfen gibt. Kein Gedanke daran, ein Grab nach nur ein paar Jahrzehnten "einzuebnen" oder "plattzumachen".

Das fällt mir vor allem dann auf, wenn ich in Halle auf dem Friedhof bin. Seitdem meine beiden Großeltern dort 1986 bzw. 1991 begraben wurden, ist dort einiges passiert, zumindest in der Reihe, in der sich ihr Grab befindet: Die Hälfte davon ist einfach "verschwunden". Ganz böse könnte man sagen: "Die Reihen lichten sich". Und das sind Gräber, die noch nicht lange existiert haben. Menschen, die vor gerade einmal einer Generation beerdigt worden sind.

Diese Praxis stört mich nicht nur als Familienforscherin. Sondern auch darüber hinaus.

Man kann es aber nicht nur auf den vermeintlichen Platzmangel schieben. Wir reden hier schließlich nicht mehr von den engen Kirchhöfen mitten im Dorf, bei denen man erst mit einem langen Stab in der Erde stochern musste, um herauszufinden, wo man denn noch einen Sarg dazwischen quetschen konnte (kein böser Scherz, das war wirklich so). In Halle auf dem "neuen" Friedhof ist zum Beispiel wirklich noch ausreichend Platz...

Vielmehr denke ich, dass viele Angehörige sich die hohen Friedhofsgebühren nicht leisten können oder wollen. Gucken Sie sich doch mal die Gebühren Ihres örtlichen Friedhofs an: Da werden schnell schon mal viereinhalbtausend Euro für ein Doppelgrab fällig - im Voraus für die "Nutzungszeit". Es ist also kein Wunder, wenn viele davor zurückschrecken. Oder zurückschrecken müssen.

Schade.

Moment: Eine Ausnahme gibt es! Jüdische Friedhöfe sind für die Ewigkeit... 





Sonntag, 13. Juli 2014

Alles Liebe zum Geburtstag, Wilhelm Sickendiek!


Heute wäre er 100 Jahre alt geworden!

Ist schon lässig, wie er auf dem Motorrad sitzt, oder? Dabei war er völlig uneitel.

Das Foto ist kurz nach einem nicht ganz unerheblichen Unfall entstanden, den er gebaut hatte. Er fühlte sich nämlich - augenscheinlich! - nicht nur auf zwei Rädern ganz wohl, sondern auch auf vieren: Ich habe ihn jedenfalls auch als furchtlosen Autofahrer in Erinnerung, der sich auch von dem fiesesten Glatteis nicht abschrecken ließ... oder eben von Bäumen am Straßenrand in Klacks Kurve.

Obwohl man es von einem Mann, der 1914 in einem kleinen Dorf wie Hörste geboren worden ist, nicht wirklich erwartet: Er war schon auf seine Art und Weise modern. Er hat mir zum Beispiel nie gesagt: "Das kannst Du nicht, weil Du ein Mädchen bist!" Im Gegenteil. Ich erinnere mich noch gut, wie herrlich ich es fand, mit ihm auf dem Stapler über den Hof zu krajohlen. Ich glaube, ich habe heute vor einem Jahr schon erzählt, dass er auch derjenige war, der mich immer mit Panini-Bildern versorgt hat: Er hat mir sowohl die von Heidi und Sarah Kay als auch die der Bundesliga-Saison 1981/82 mitgebracht. Diejenigen, die heute auf eine geschlechtsneutrale Erziehung Wert legen, hätten schon damals ihre Freude an ihm gehabt. 

Das mag wahrscheinlich auch daran liegen, dass er sein ganzes Leben lang viel von Frauen umgeben war: Sein Vater fiel, als er gerade mal ein Jahr alt war, so dass er zunächst mit seiner Mutter und seiner zwei Jahre älteren Schwester allein lebte. Als seine Mutter später wieder heiratete, bekam er noch eine jüngere Schwester dazu. Als er 25 war, heiratete er während eines kurzen Fronturlaubs meine Oma Martha, und kurz nach Kriegsende bekamen die beiden dann eine Tochter - meine Mutter. Es erscheint eigentlich nur logisch, dass sein einziges Enkelkind auch ein Mädchen war...

Und ich bin froh, dass ich seine Enkelin sein durfte.





Samstag, 12. Juli 2014

Neues im Blog

Ich weiß nicht, ob Sie es schon bemerkt haben, aber ich bin im Moment dabei, meine Vorfahrenliste hier im Blog zu überarbeiten. Mir ist nämlich vor kurzem aufgefallen, dass ich sie knapp zwei Jahre schnöde vernachlässigt habe. Asche auf mein Haupt!

Um ein wenig mehr Platz zu haben und uns allen unendliche Scrollereien zu ersparen, habe ich mich übrigens entschlossen, die Liste zweizuteilen. Die Kukule-Nummern sind aber dieselben geblieben. Unter "Vorfahren 1" findet man die Personen bis einschließlich Nr. 511. Nr. 512 und höher stehen unter "Vorfahren 2".

Außerdem habe ich angefangen, die Personen mit den Blogposts, die sie betreffen, zu verlinken. Frei nach dem Motto: "Wenn ich sowieso schon mal dabei bin..." Das Schreiben macht mir zwar weit mehr Spass als diese "technische" Komponente der Bloggerei, aber ich denke mal, dass sich die Zusammenhänge und die Verwandtschaftsverhältnisse der einzelnen Personen untereinander so besser erschließen lassen.

Das nächste, was passieren wird, ist, dass ich mir auch meine Labels vornehme. Irgendwie gehen die ja drunter und drüber... da wird in den nächsten Wochen auch ein wenig "preußische" Ordnung hineinkommen. Gleichzeitig findet man dann die betreffenden Namen und Orte auf den gleichnamigen Seiten, ebenfalls mit den entsprechenden Links. Jedenfalls ist das der Plan...

Na ja, geben Sie mir ein paar Wochen. Dann wird's sich zeigen.  


Donnerstag, 10. Juli 2014

Wie lernten sich Willy und Lina eigentlich kennen? oder: Die Geschichte von Linas Reise nach Berlin

Man kann es ja heute kaum glauben, aber es gab auch Zeiten, als sich die Menschen noch nicht über das Internet kennenlernten. Ich gehöre immer noch zu denen, die in der Tageszeitung die Berichte über die Goldenen Hochzeiten lesen, schon alleine, weil ich es immer gerne höre, wie sich die beiden denn damals überhaupt kennengelernt haben. Es sind teilweise schon unglaubliche Geschichten dabei.

Was ich nicht genau weiß ist, wie sich Willy Hauffe und Lina (eigentlich Caroline Wilhelmine) Ortmeyer kennengelernt haben, meine Urgroßeltern in der mütterlichen Linie. Wenn man sich die Grundkonstellation anguckt, dann sprach eigentlich nichts dafür, dass diese beiden, die immerhin 51 Jahre lang verheiratet waren, sich überhaupt über den Weg laufen würden. Welcher Zufall wohl da seine Hand im Spiel hatte?

Willy wurde am 27. Mai 1896 in Burg bei Magdeburg geboren. Um mir seine Stammfamilie mal ein bisschen genauer anzugucken, bin ich vor knapp zwei Jahren ja auch auf einen kleinen Forschungstrip gen Osten gefahren und habe einiges gefunden. Lina war ein knappes Jahr älter als er; sie war schon am 14. Juni 1895 in Halle-Oldendorf zur Welt gekommen. Zwischen diesen beiden Orten liegen immerhin ungefähr 270 Kilometer, und irgendwelche anderen Verbindungen zwischen Sachsen-Anhalt und Ostwestfalen kann ich in meinem Stammbaum auch nicht finden.

Nun kommt wieder die Familienlegende ins Spiel.

Nach dieser Legende war Willy im I. Weltkrieg "hier" - gemeint war wahrscheinlich Halle und Umgebung -, und zwar aus kriegstechnischen Gründen. "Hier" traf er dann auf Lina, mit dem Resultat, dass Lina von ihm schwanger wurde. Liebe in Zeiten des Krieges. 

Und weil Krieg war, blieb Willy auch nicht "hier", sondern wurde nach Berlin versetzt, und zwar vermutlich ohne zu wissen, dass er bald Vater werden würde. Lina stieg, schwanger wie sie war, in den Zug und fuhr nach Berlin, um Willy zu suchen.

Ich stelle mir das gerade vor: Knapp 23 Jahre alt, unverheiratet, aber dafür schwanger, und mitten in der Urkatastrophe auf dem Weg vom kleinen Halle mit seinen knapp 7.000 Einwohnern in die Großstadt Berlin mit rund zwei Millionen Menschen. Hauptstadt eines Kaiserreichs, das bald nicht mehr existieren wird.

Wenn die Geschichte stimmt (und ich konnte sie noch nicht verifizieren), dann war Linas Reise erfolgreich:
Am 4. September 1918 wurde jedenfalls in Halle geheiratet. Ungefähr sieben Wochen später kam dann Martha zur Welt - meine Oma. Diese letzten beiden Daten sind natürlich wieder belegt. Weitere drei Wochen später war der Krieg vorbei, und Willy und Lina blieben ihr ganzes weiteres Leben in Halle, wo sie 1969 bzw. 1970 im Abstand von gerade mal einem halben Jahr auch beide starben.


Wenn ich mich nicht irre, dann wurde dieses Foto zu ihrer Silberhochzeit aufgenommen. Lina ist in der Mitte, Willy steht rechts neben ihr. Und ja - Willy war kleiner als sie...

Schade, dass ich wahrscheinlich nie erfahren werde, wie Lina und Willy sich tatsächlich kennengerlernt haben. Die Familienlegende klingt ja nun schon fast wie ein historischer Roman... Leider sind inzwischen auch alle ihre Kinder nicht mehr am Leben, so dass ich niemanden mehr fragen kann. Falls jemand noch Ideen hat, zum Beispiel, wie ich herausfinden könnte, was Willy ausgerechnet ins beschauliche Ostwestfalen verschlagen hat - ich bin für jede Anregung dankbar!